Oktoberfest: Bewirtungskosten steuerlich absetzen?

Aus is, goar is, schad is, dass’s wahr is. Die diesjährige Wiesn ging nun zu Ende.

Fast 5,9 Millionen Besucher wurden 2015 beim Münchner Oktoberfest gezählt. Dabei nutzten viele Unternehmer die Möglichkeit, ihre Geschäftsfreunde- und Partner zu dem meistbesuchten Volksfest einzuladen. Denn es ist schon längst bekannt, dass das gemeinsame Feiern verbindet und motiviert.

Die Preise auf dem Oktoberfest sind auch dieses Jahr ordentlich gestiegen, sodass für jeden Einladenden am Ende ein hohes Sümmchen zusammen kam.  Doch die gemachten Aufwendungen können unter Umständen steuerlich berücksichtigt werden. Man sollte sich also diese Gelegenheit nicht entgehen lassen!

Aber was muss dabei beachtet werden, damit das Finanzamt diese Kosten auch anerkennt?

Bewirtungskosten gehören zu den Betriebsausgaben und sind grundsätzlich nur i. H. v. 70 % abziehbar. Die Bewirtung soll sich dabei in einem angemessenen preislichen Rahmen bewegen.

Damit jedoch wenigstens diese 70 % durch das Finanzamt anerkannt werden, müssen Sie die betriebliche Veranlassung nachweisen. Diese besteht dann, wenn die Geschäftsbeziehungen zu den bewirteten Personen bestehen oder angebahnt werden sollen.

Wer gehört zu den Geschäftsfreunden-und Partnern?

Zu den Geschäftsfreunden- und Partnern zählen beispielsweise Kunden oder potentielle Kunden, Lieferanten, Pressevertreter und Vertreter der Öffentlichkeit, Kollegen usw. Auch deren Begleitpersonen gehören dazu.

Welche Kosten kann man absetzen?

Zu den Bewirtungsaufwendungen gehören nicht nur die Aufwendungen, die im Zusammenhang mit dem Verzehr von Speisen, Getränken und anderen Genussmitteln entstehen, sondern auch die unmittelbar damit verbundenen Nebenkosten, wie beispielsweise Trinkgeld.

Gibt es weitere Voraussetzungen?

Neben dem geschäftlichen Anlass ist das Vorliegen eines ordnungsgemäßen Nachweises der Bewirtungskosten eine weitere Voraussetzung für deren Abzugsfähigkeit.

Zunächst muss sich aus der Rechnung Name und Anschrift der Gaststätte ergeben. Bei Rechnungen über 150 Euro muss zusätzlich Ihr Name (Name des Bewirtenden) enthalten sein.

Weiterhin sind folgende Pflichtangaben – die separat und zeitnah aufzuzeichnen sind – unerlässlich:

  • Ort
  • Tag
  • Namen der Teilnehmer
  • Name des Bewirtenden
  • Anlass der Bewirtung
  • Höhe der Aufwendungen

Der Anlass der Bewirtung ist genau zu benennen. Die allgemeinen Angaben, wie z.B. Geschäftsessen, Info- oder Arbeitsgespräch, reichen nicht aus.

Grundsätzlich müssen diese Angaben und die zugehörige Rechnung zusammengefügt werden. Die Rechnung sollte maschinell erstellt sein und alle Pflichtangaben enthalten.

Die oben genannten Zusatzangaben sind zeitnah zu machen und das zu diesem Zweck erstellte Schriftstück ist zu unterschreiben. Sind diese Angaben unvollständig, können die Aufwendungen auch dann nicht abgezogen werden, wenn Höhe und betriebliche Veranlassung anderweitig nachgewiesen oder glaubhaft gemacht werden!

Haben Sie vergessen Ihre Rechnung mitzunehmen?

Gute Chancen auf eine nachträgliche Rechnung haben Sie noch, wenn Sie einen Tisch auf Ihren Namen reserviert oder mit EC-oder Kreditkarte bezahlt haben. So ist es für den Wiesn-Wirt einfacher Ihre Rechnung ausfindig zu machen.

Und wenn es dieses Jahr mit der Rechnung nicht geklappt hat, ein kleiner Trost:  Die nächste Wiesn kommt bestimmt!

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